Warum wir weiterhin am Kita-Moratorium festhalten

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Wir im Stadtrat am 17.09.2026

Seit Monaten diskutieren wir in Erfurt über das Kita-Moratorium. Gleichzeitig warten Eltern, Fachkräfte und Kita-Leitungen noch immer auf eine konkrete Alternative.

Ja, die rechtliche Ausgestaltung des Moratoriums wurde beanstandet. Aber die Probleme, die es lösen sollte, bestehen weiterhin:

  • Fachkräfte verlassen das System.
  • Kitas arbeiten an der Belastungsgrenze.
  • Qualitätsprobleme sind bekannt.
  • Familien brauchen Planungssicherheit.

Bis heute wurde viel darüber gesprochen, warum das Moratorium angeblich nicht funktioniert. Was fehlt, ist ein überzeugendes Konzept, wie Fachkräfte gehalten und Qualität gesichert werden sollen.

Wo bleibt die angekündigte Alternative?

Bereits im Mai wurde den Eltern und Einrichtungen angekündigt, dass unter Hochdruck an einer tragfähigen Lösung gearbeitet werde. Bis heute ist jedoch weder ein konkretes Konzept noch ein Maßnahmenplan bekannt.

Wir fragen deshalb:

Wie sollen Fachkräfte gehalten werden?

Wie soll weiterer Personalabbau verhindert werden?

Wie soll die Qualität in den Kitas verbessert werden?

Frühkindliche Bildung ist die wichtigste Bildungsinvestition

Die Stadt weist selbst seit Jahren auf Herausforderungen bei Sprachentwicklung, Gesundheit und Bildungserfolg hin.

Auch die aktuellen PISA-Ergebnisse zeigen deutlich:

  • Bildungsunterschiede hängen immer stärker von der sozialen Herkunft ab.
  • Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit unzureichenden Grundkompetenzen steigt.

Die Antwort darauf kann nicht sein, bei der frühkindlichen Bildung zu sparen.

Gerade in den Kitas werden die Grundlagen für Sprache, Lernen, soziale Kompetenzen und Chancengerechtigkeit gelegt. Wer heute Personal abbaut, verschiebt die Probleme lediglich in die Grundschulen und weiterführenden Schulen von morgen.

Ein Widerspruch bleibt ungeklärt

Freie Träger erklären seit Monaten, dass sie den neuen Personalschlüssel nicht vollständig finanzieren können.

Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass die kommunalen Kitas bereits heute mit 20,47 Vollbeschäftigteneinheiten über dem neuen gesetzlichen Personalschlüssel arbeiten.

Deshalb stellen wir die Frage:

Warum gelingt das den kommunalen Einrichtungen, den freien Trägern aber angeblich nicht?

Bis heute gibt es darauf keine nachvollziehbare Antwort.

Das Gesetz schreibt nur Mindeststandards vor

Das Thüringer Kita-Gesetz legt Mindeststandards fest.

Es verbietet keiner Kommune,

  • zusätzliche Fachkräfte vorzuhalten,
  • höhere Qualitätsstandards anzustreben,
  • oder mehr für Kinder und Familien zu tun.

Die Frage ist deshalb nicht, ob die Stadt mehr tun darf.

Die Frage ist, ob sie es will.

Unser Fazit

Das Moratorium war nie das Problem.

Es war der Versuch, Zeit zu gewinnen, Fachkräfte zu halten und Lösungen zu entwickeln.

Solange keine überzeugende Alternative auf dem Tisch liegt, halten wir an den Zielen des Moratoriums fest.

Denn unsere Kinder können nicht warten.

Unsere Kinder brauchen Lösungen.
Jetzt.

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